Mit großer Zufriedenheit und ein bisschen Wehmut blickt Ewald Bauens zurück auf eine große Tennis Ära

 

Eine Tennis-Ära geht zu Ende

Sommer 2 0 1 8

Seniorentennis im TC Aachen-Brand

30 Jahre in der „Königsklasse“

 

Liebe Tennisfreunde

Dieser Beitrag wird wohl mein letzter sein, der das Seniorentennis im TC Aachen-Brand zum Inhalt hat. Man könnte sagen, dies ist das Vermächtnis eines Mannschaftsführers.

 

Früher, also eigentlich schon immer, wurden wir als „alte Säcke“ bezeichnet. Wir waren immer die Klassenälteste Truppe in diesem Club. Das heißt, wir standen an der Spitze der Tennis-Evolution, wo nur erfahrene Spieler und keine Frischlinge stehen können.

Ergo wurde durch Reinhard Villiger die „Königsklasse“ kreiert und ausgerufen. Die Spitze der Evolution hatte nun einen Namen.

Ein toller Lebensabschnitt mit und für diesen schönen Sport, den ich um nichts in der Welt missen möchte, geht also dem Ende zu. Ich durfte die Senioren-Tennismannschaft des TC Aachen-Brand über 30 Jahre begleiten und führen.

In dieser Zeit haben viele Spieler für unseren Erfolg gekämpft, oder unter unseren Misserfolgen gelitten.

Wir haben bei Aufstiegen die Erfolge besungen und mit Bier gefeiert. Doch beim Misserfolg wurde ebenfalls gefeiert und zu Lasten des Mannschaftsführers (MF) wurde der Kummer in Sekt ertränkt. Auf- und Abstiege waren das Dauerprogramm und wurden entsprechend zelebriert.

Das brachte uns, nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen, die Bezeichnung „Die Trunkenbolde von der Fahrstuhl-Mannschaft“ ein.

 

Hatte die Mannschaft ein Medenspiel siegreich bestritten, wurde vom MF eine Runde Sekt gesponsert. Bei jedem Einzelsieg eines Spielers versprach der MF eine Davidoff zu sponsern. Und siehe da es ging!!!

Somit war der Job des MF nicht nur mit mannigfaltigen Aufgaben anspruchsvoll versehen, sondern in manchen Spielzeiten eine recht kostenintensive Angelegenheit.

Doch offenbar habe ich das alles zur Zufriedenheit meiner Mitspieler gemeistert, sonst wäre meine Karriere als „Führer“ wohl schon eher zu Ende gegangen.

 

Unsere Historie

 

Im Seniorenbereich wurde 1985/86, bedingt durch den Zugang neuer Spieler eine Neugliederung erforderlich. So richtig los ging es aber erst im Sommer 1987.

Die Stammspieler der 1. Seniorenmannschaft Sommer 1987:

Reinhard Fillinger, Wolfgang Bischoff, Georg Wigger, Curd Grübner, Sigi Papendick, Ewald Bauens.

 

 

 

Wechselweise unterstützt von:

Herbert Schult, Axel Schorn, Hubert Jansen, Dr. Walter Corr, Günter Kremer, Willi Claßen, Helmut Gilon, Jürgen Schürmann, Willi Moll.

Die Listung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch meine Unterlagen sind nach 30 Jahren nicht mehr so ganz auf dem laufenden.

Es entstanden 2 neue Senioren-Mannschaften. Bei dieser Neuaufstellung wurde ich versuchsweise zum MF der 1. Senioren ernannt. Erstmalig üben durfte ich im Winter 1985/86, Sommer 1986 und Winter 1986/87 mit Hilfe von Willi Clasen. Der Start der Mannschaft erfolgte in der 2. Bezirksklasse.

 

So richtig los ging es aber erst im Sommer 1987, vor nunmehr 30 Jahren.

 

Im Winter starteten wir in der 2. Verbandsklasse. Winter-Tennis spielten wir ununterbrochen 30 Jahre in der 2. oder 1. Verbandsklasse. 5 Jahre davon absolvierten wir sogar in der Oberliga, unsere höchste je erreichte Klasse.

Eine großartige Tenniszeit mit Einsätzen im bergischen Land bis zum frühen Morgen!

Bei der Wahl des Mannschaftsführers erhielt ich jedes Jahr die volle Punktzahl. Dann aber im 3. Jahr zum richtigen Start, hatte ich offenbar so viele Pluspunkte gesammelt, dass in einem Anfall von Gruppentrunkenheit mein MF Job auf Lebenszeit ausgerufen wurde. Dass ich diese Aufgabe 30 Jahre durchhalten würde, um dann mit 80 Jahren nur notgedrungen mein Mandat zurückzugeben, hatte damals sicherlich keiner der Trunkenbolde erwartet.

Wie man sieht sind auch Ausländer, in diesem Fall ein Belgier, in dieser Republik zu höherem befähigt. Ich habe mich bemüht den Ansprüchen der demokratischen Verfassung meines Gastlandes zu genügen.

Alle Probleme in der Mannschaft wurden gemeinsam diskutiert, abgesprochen und dann von mir souverän so entschieden und umgesetzt wie ich mir das vorstellte. Meinungsaustausch war immer angesagt und erwünscht. Ich hatte für viele Belange (nicht alle) ein offenes Ohr. Nach der Methode:

„Komme mit deinen Problemen und deiner Meinung zu mir. Und verlasse mich ohne deine Probleme aber mit meiner Meinung.“

Was lernen wir daraus? Wennste nüs zusare has, brutste och net der Chef zu sen.

 

Medenspiel-Sommer 2018

 

Wir haben nun unsere letzte Medenspiel-Session Sommer 2018 gespielt. Über die Vorgänge, die uns zur letzten Mannschaftsmeldung befähigten, habe ich bereits in unserer Festschrift 40 Jahre TC Aachen-Brand berichtet.

Das Ergebnis dieses 30. und letzten Medenspiel-Sommers will ich mal so zusammenfassen:

Wir haben vor 30 Jahren in der Bezirksklasse begonnen, richtig Tennis zu spielen. Immer gaben wir unser letztes, um konstant im Verband zu spielen und sogar die Oberliga erreicht. Nun haben wir es nach 30 Jahren in der letzten Spielzeit auch noch geschafft, wieder dort anzukommen, wo wir anfingen.

Das ist doch was, oder etwa nicht?

Allen Mitspielern danke ich herzlich für dieses abenteuerliche Rauf und Runter und für die schöne gemeinsame Zeit. Ich wünsche euch Gesundheit, ein langes, glückliches und erfülltes Leben.

 

Denkt manchmal an euren Mannschaftsführer, denn der denkt sicherlich noch lange an euch zurück.

War das nun der endgültige Abschied? - Geht es vielleicht doch noch weiter? - Und wenn ja, für wen und wie das?

 

Wie die 2. Herren 65 im vorigen Jahr, müssen nun auch wir uns eingestehen, es reicht zur Meldung selbst einer Vierer-Mannschaft nicht mehr. Die Spieler, vor allem für die Einzel sind uns ausgegangen.

Somit müssen sich die 4 Spieler, die noch Einzel und Doppel spielen können und wollen, neu orientieren, wenn sie denn weiter in einer Mannschaft spielen wollen. Die älteste Alternativmannschaft im TC Brand sind die Herren 55. Doch mit 70 oder 80 Jahren in einer solchen Umgebung zu spielen, ist sicherlich nicht dazu geeignet Spielfreude aufkommen zu lassen.

Die Diskussion über „Wie und wo bzw. wer kümmert sich nun um unser Problem“, wurde sehr intensiv geführt.

 

Das Ergebnis: Ich übernahm die Aufgabe, mich zu kümmern.

Das habe ich dann auch sehr schnell und mit Nachdruck getan. Mit allen befreundeten Vereinen, die H 65 oder H 70 Mannschaften gemeldet hatten, wurde verhandelt. Die beste Vereinbarung bot uns BW Stolberg. Mit Spielern dieses Vereins spielen wir in unserer Halle bereits im Winter-Abo.

Folgendes wurde vereinbart:

1.   Alle 4 Spieler des TC Aachen-Brand werden inaktive Mitglieder bei BW Stolberg und tragen die damit verbundenen Kosten.

2.   Alle Spieler bleiben Vollmitglieder im TC Aachen-Brand.

3.   Sie können ab Winter 2018/19 in einer Mannschaft von BW Stolberg Medenspiele bestreiten.

4.   Die Heimspiele dieser Mannschaft werden im Winter in der Halle des TC Brand ausgetragen.

5.   Ab Sommer 2019 werden alle 4 Spieler in einer neuformierten Mannschaft H 70 spielen.

Die Punkte 1 – 4 wurden in der Zwischenzeit bereits realisiert.

 

Über diese Lösung wurde der Vorstand des TC Aachen-Brand im Vorfeld umfassend informiert. Unter den heutigen Voraussetzungen, die vom TVM weitgehendst vorgegeben sind, war dies die bestmögliche “Notlösung“. Unser Wunsch, auch weiterhin für und in Brand zu spielen, ist derzeit nicht sinnvoll zu realisieren. Auch im TVM ändern sich ja von Zeit zu Zeit die Voraussetzungen und Vorschriften. Wir werden sehen.

Wir bleiben jedoch auch so unserem Heimatclub erhalten und verbunden.

 

 

30 Jahre in eine Mannschaft des TC Aachen-Brand gespielt -

Davon 30 Jahre als Mannschaftsführer.

Alt geworden und 80 schöne Jahre erlebt. - Das muss doch gefeiert werden!

 

Wir hatten Erfolge und Niederlagen, wir haben gekämpft, gewonnen und verloren, wir haben gestritten und gefeiert, und das alles taten wir gemeinsam.

Viele Spieler haben in dieser Mannschaft gespielt. Zuviel um sich mit allen gemeinsam an vergangene Zeiten zu erinnern und ein letztes Mal zu feiern und zu singen. Doch die Spieler der Gründungsmannschaft und die Spieler, die in der letzten Mannschaft gelistet waren, sowie ihre Partnerinnen, wollte ich stellvertretend zu diesem letzten gemeinsamen Fest einladen.

Das habe ich am 15.08.2018 im TC Aachen-Brand realisiert. Nicht alle Spieler der Gründungsmannschaft weilen noch unter uns, aber ihre Partnerinnen, und diese haben sie alle vertreten können.

Wir, meine LG Elisabeth, die Moda Gastronomie und ich, haben uns bemüht ein Fest zu arrangieren das dem Anlass gerecht wurde. Und es hat alles bestens funktioniert. Keine Absagen, ein schön gestaltetes Restaurantambiente mit exzellenter Dinner Eindeckung haben diesen Abend zu einem Fest werden lassen. Essen, Trinken und ein schöner musikalischer Beitrag von Josef Mathews haben zum Gelingen beigetragen. Geschenke gab es auch. Und sie hatten sich was einfallen lassen. Ich danke allen herzlich für eine schöne gemeinsame Zeit, die mit dieser Veranstaltung ihren angemessenen Abschluss gefunden hat.

 

 

 

 

 

 

 

Doch der Abschied fällt mir schwer!

 

Dies war nun mein letzter Bericht aus dem Tennisleben der Senioren des TC Aachen-Brand. Nicht immer war alles ganz ernst gemeint und manchmal ging der Schalk in meinem Nacken mit mir durch. Hin und wieder hat auch einer mal was abbekommen, doch meistens war ich das selbst.

Ich hoffe, ich habe mit meinen Beiträgen auch mal ein Schmunzeln auf Eure Gesichter zaubern können. Denn außer Euch ein wenig Transparenz über das Leben der Tennisspielenden Senioren zu vermitteln, war es mein Anliegen aufzuzeigen, welche Lebensqualität dieser schöne Sport uns allen zu geben vermag.

Mit den herzlichsten Grüßen und den besten Wünschen für die Zukunft

 

Euer Ewald Bauens

 

 

 

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